Zählt Ihr Analyse-Tool korrekt?

Ein DAX-Unternehmen, das die Anzahl seiner Web-Site-Besucher um 400% überschätzte, ein Online-Shop, der feststellen musste, dass 40% aller Besuche nur Geister-Visits waren. Ist Ihre Web-Analyse-Software korrekt eingestellt, oder könnte Ihnen das auch passieren? Lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen.

Nur eine korrekt implementierte Web-Analyse-Software liefert verlässliche Resultate. Zähldifferenzen zischen den gemessen und den wahren Werten können im schlimmsten Fall bis zu 30% betragen. Als Entscheidungsgrundlage taugen solche Zahlen natürlich nicht mehr.

Arbeitet Ihr Web-Analyse-System korrekt?

Hier eine Check-Liste mit den wichtigsten Fehlerquellen:

  • Nutzen Sie dauerhafte, korrekt konfigurierte Cookies?
  • Berücksichtigt das Web-Analyse-Tool alle zu trackenden Seiten?
  • Was ist mit internen Besuchern und Pageviews? Werden diese Zahlen gesondert ausgewiesen, bzw. aus der Statistik entfernt?
  • Wie verfahren Sie mit sogenanntem "non-human-traffic", d.h. Pageviews, die von Software-Tools wie Spidern und Robots verursacht werden? Auch dieser Datenverkehr muss gesondert ausgewiesen, bzw. aus der Statistik entfernt werden. Schließlich ist der Google-Bot, der Ihre Site indiziert kein Mensch und damit kein potentieller Kunde.
  • Caching: Wie sorgen sie dafür, dass auch wirklich alle Seitenabrufe von Ihrem Server ausgeliefert werden und nicht vom Cache Ihres Providers?
  • Sind die Filter Ihres Web-Analyse-Tools korrekt eingestellt oder werden wichtige Informationen einfach ausgefiltert?
Selbst wenn sich Daten wie die Anzahl der monatlichen Besucher oder die Anzahl der Pageviews nach der Genauigkeitsprüfung nicht besonders stark ändern sollten - die Aussagekräftigkeit der Detaildaten wird auf jeden Fall stark gestiegen sein. Nur mit einer transparenten Zuordnung der einzelnen Daten lässt sich eventuell verloren gegangenes Vertrauen wiedergewinnen.

Probleme mit ungenauen Daten

Mangelnde Daten-Hygiene führt zu

  • Falschzählung von Visits. Es werden Geister-Besuche gezählt, die von Besuchern stammen, die Ihre Site nie gesehen haben. Im entgegengesetzten Fall fallen tatsächlich stattgefundene Besuche unter den Tisch und werden nicht gezählt.
  • Aufzeichnung falscher Pfade. Das Web-Analyse-Tool weist Nutzer aus, die von einer Seite zur anderen zu springen scheinen. Wenn es so aussieht, als ob Nutzer Seiten aufrufen, die nicht über die Navigation oder per Link direkt miteinander verbunden sind, sollten Sie misstrauisch werden. Die wenigsten Nutzer navigieren durch eine Site, indem sie die betreffenden URLs in die Adresszeile des Browsers eingeben.
  • Haupt-Kennzahlen werden falsch ausgewiesen. Daten wie Visits, Zahl der Besucher, Pageviews, Pageviews pro Besucher und andere zentrale Größen können betroffen sein.
  • Werte für die Zielerreichung werden falsch berechnet. Diese Werte stützen sich auf die oben genannten Kennzahlen und setzen diese in Bezug zu wirtschaftlichen Daten, wie z.B. Umsatz. Hier gilt der alte Satz von "garbage in - garbage out". Wenn schon die Eingangsgrößen inkorrekt sind, müssen die abgeleiteten Werte zwangsläufig falsch sein. Ein Beispiel: "Umsatz pro Besucher" ist Ihre Kennzahl für die Zielerreichung. Wenn die Anzahl der gemessenen Besucher falsch ist, wird auch der Umsatz pro Besucher entweder zu klein sein (zu viele Besucher gemessen) oder zu groß sein (zu wenige Besucher gemessen).
  • Unklarheiten über die Nutzerströme. Dies gilt sowohl für Nutzer, die von anderen Sites kommen, als auch für die Nutzerströme innerhalb Ihrer Web-Site. Wenn Sie nicht wissen, welche Seiten und Inhalte zentral für den Erfolg Ihres Angebots sind, können Sie diese auch nicht optimieren. Im schlimmsten Fall optimieren Sie sogar die falschen Seiten, weil Ihnen das Analyse-Tool vorgaukelt, dies wären die entscheidenden Seiten.

Fazit

Nehmen Sie sich immer wieder die Zeit und überprüfen Sie, ob Ihr Web-Analyse-Tool noch korrekt kalibriert und den aktuellen Anforderungen gewachsen ist. Insbesondere bei einschneidenden Veränderungen wie einem Redesign sollten Sie unbedingt überprüfen, ob die Analyse-Software noch die Realität abbildet.

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