„Einkaufsführer Web Analytics“: 74 Produkte zur Website-Analyse getestet
High-Level-Produkte beeindrucken mit geschäftsrelevanten Analysen, anschaulichen Oberflächen und individueller Konfigurierbarkeit
Der jetzt erschienene 'Einkaufsführer Web Analytics' der Beratungsagentur Ideal Observer bietet erstmals einen Überblick zu den auf dem Markt verfügbaren Angeboten. Insgesamt wurden 74 Produkte bewertet, davon 16 aus dem High-Level-Bereich (monatliche Kosten höher als 1000 Euro), 36 Lösungen für mittlere Budgets (monatlich zwischen 100 und 1000 Euro) und 22 Low-Cost-Tools.
Web Analytics, auch bekannt unter den Begriffen Web Controlling, Traffic- oder Logfile-Analysen, hilft Unternehmen bei der Analyse und Messung des Besucherverhaltes auf Websites. Web-Analytics-Systeme entwickeln sich zu einem zentralen Baustein bei der Steuerung und Kontrolle kommerzieller Online-Angebote, wobei die Integration in bestehende Business-Intelligence-Systeme besonders in größeren Unternehmen wichtig ist. Die Verschiebung der hauptsächlichen Nutzer der Systeme – weg von den IT-Administratoren, hin zu den Marketingund Vetriebsabteilungen – spiegelt sich deutlich in der Gestaltung der
Oberflächen und den angebotenen Analysen wieder.
Zentral ist die Kalkulation von geschäftsrelevanten Kennzahlen (KPI) wie Konversionsraten, ClickThrough-Rates oder Eindringtiefen. Fast alle ernstzunehmenden Angebote ermöglichen die Analysen von eMail- oder Banner-Kampagnen, Warenkörben und Checkout-Pozessen. Die Arbeit
mit den Lösungen wird in besseren Angeboten durch Browser-Overlay-Ansichten, Dashboards und komfortablen Vergleichsansichten erleichtert.
US-Unternehmen dominieren den Markt
Nach nahezu übereinstimmenden Analysen von JupiterResearch und Forrester beläuft sich der Umsatz der Web-Analytics-Anbieter in diesem Jahr weltweit auf ca. 300 Millionen US-Dollar und soll bis 2010 auf eine Milliarde (JupiterResearch) anwachsen. Diese Grösse wurde von JupiterResearch in den Boom-Jahren des Internets allerdings schon für 2006 vorhergesagt. Nach Umsatz-Einbrüchen und einer Veränderung der Analyse-Schwerpunkte wachsen die Umsätze inzwischen wieder deutlich.73% des gesamten Umsatz-Volumens entfallen allein auf den amerikanischen Markt. So ist es nicht verwunderlich, dass amerikanische Unternehmen wie WebTrends, Omniture, WebSideStory und Coremetrics den Markt dominieren. Zudem sind sie auch Vorreiter in der Entwicklung anschaulicher Benutzeroberflächen, handlungsrelevanter Kennzahlen und der Integration von Erweiterungen wie eMail-Marketing, PPC-Kampagnen, A/B-Tests und Suchmaschinenoptimierung.
Deutsche Anbieter finden sich eher im Mid-Level-Bereich. In direkter Konkurrenz zu amerikanischen Lösungen wie Urchin, Clicktracks oder HitBox zeichnen sie sich durch ihre grössere Kundennähe und der individuellen Implementation entsprechend den Anforderungen ihrer Kunden aus. Hinsichtlich Nutzerfreundlichkeit und Attraktivität der Oberflächen liegen die heimischen Anbieter allerdings in der Mehrzahl noch deutlich hinter der angelsächsischen Konkurrenz zurück.
159 Items je Lösung wurden für die Studie erfasst und verglichen
Der Grossteil der Lösungen wird als ASP angeboten, Datenerfassung, -verwaltung und -analysen werden also vom Anbieter bewältigt (High-Level und Mid-Level-Bereich 87%, Low-Level 22%). Die Unternehmen sparen dadurch Administrations- und Hardwareaufwände. Durchgesetzt hat sich, ausser bei den Low-Level-Angeboten, die client-seitige Datensammlung mittels PageTags (100% im High-Level-Bereich, 86,5% im Mid-Level). Reine Logfile-Analysen (Auswertung server-seitiger Daten) findet sich fast nur bei kostengünstigen Anbietern. Einige Anbieter verarbeiten mit Hybrid-Lösungen sowohl server- wie client-seitige Daten. Zur (Re-)Identifizierung der Website-Besucher werden Cookies gebraucht. Gerade so genannte 3-Party-Cookies sind allerdings in den letzten Monaten verstärkt unter Beschuss geraten. Nach Umfragen löschen viele Internet-Nutzer Cookies regelmässig oder blockieren die 3-Party-Cookies gleich ganz durch Filterwerkzeuge oder Browsereinstellungen. Die Löschung führt zu einer Neuzählung des Besuchers und macht die Analysen für Verzerrungen anfällig. Entsprechend bieten inzwischen alle High-End-Lösungen Unterstützung durch 1-Party-Cookies, aber nur 23% der Mid-Level-Tools.Für den 'Einkaufsführer Web Analytics' wurden Funktionen,Eigenschaften, Schnittstellen, Kosten uvm. der untersuchten Anbieter-Lösungen auf je 159 Items erfasst und für Vergleiche aufbereitet. Neben den Produktübersichten finden sich Informationen zu Strategien und Methoden im Umgang mit Web Analytics und 14 Experten-Interviews. Der 200-seitige Einkaufsführer ist ab 379,- Euro erhältlich bei www.idealobserver.de.
Weitere Artikel:
Voriger Artikel: SinnerSchrader und WebSideStory bringen neue Web-Analytics-Generation nach DeutschlandNächster Artikel: Google launcht Google Analytics
Kommentare unserer Leser
Hi, der Einkaufsführer scheint sehr fundiert und für große Unternehmen mit vielen Internetadressen oder hohem Trafficvol. zielführend,
Geschrieben von Bela Arendt am 09.01.06 um 00:21 Uhr
übersteigt aber imho in vielen Fällen, inbes. für einzelne Shopbetreiber, den
Preis vieler Lösungen. Ideal Observer bietet jedoch auf seiner Website kostenlos
das Inhaltsverzeichnis (eine gute Checkliste) und eine Liste aller Produktnamen
und deren Hersteller. Wer nur eine einfache Lösung sucht, kann in Kombination
mit dem Anbieterverzeichnis von Web-Analytics.org (href="http://www.web-analytics.org/index.php/web-analyse-anbieter/categories/) auch sehr günstig seine Lösung finden. Für Profis bietet der 200seitige Report jedoch wertvolle Informationen.<br<
Bela Arendt
Internetadresse.com
