Google kauft mit Measure Map einen weiteren Web-Analyse-Anbieter

Rund ein Jahr nach der Übernahme von Urchin Software - heute als Google Analytics bekannt - erwirbt Google einen weiteren Analysedienst. Warum?

Measure Map ist ein Startup-Unternehmen. Der Service befindet sich noch im Betastadium und ist nur auf Einladung zugänglich. Google macht keine weiteren Angaben zu dem Deal, also müssen wir ein bißchen spekulieren.

Measure Map als Ersatz für GA (Google Analytics)?

Das könnte sein, schließlich ist GA unter dem Nutzeransturm böse in die Knie gegangen. Bis heute kann man sich nicht einfach anmelden, sondern muß warten, bis man eine Einladung kriegt. Oder man war schnell wie ich damals und hast sich geschwind einen Account gesichert und seine Sites angelegt. Dann hatte man aber mit einer absolut grottigen Performance zu kämpfen.
Jetzt aber zurück zum Thema! Zwar befinden sich unter den jetzigen GA-Anwendern eine Menge Blogger, aber ich glaube nicht, daß Google dieser Klientel ein eigenes Analyse-System spendiert. Meiner Meinung nach hat Google Measure Map gekauft, weil Measure Map eben kein klassisches Web-Analyse-Tool ist.

2 Gründe für den Kauf

Ich denke, die folgenden zwei Gründe waren ausschlaggebend für den Kauf:

Google ist nach wie vor daran interessiert Spitzenleute und ihre Teams einzukaufen - im Googleplex ist noch viel Platz für schlaue Köpfe. Mit Jeffrey Veen hat Google sicher einen der klügsten Köpfe der Branche eingekauft.

Punkt zwei: Measure Map ist kein Web-Analyse- bzw. Blog-Analyse-Tool, sondern ein Buzz-Analytics-Tool und fällt damit in die Kategorie Social-Web-Tools. Nachdem Yahoo! Tools wie del.icio.us und flickr gekauft hat, mußte Google hier nachziehen.
Measure Map unterscheidet sich von konventionellen Web-Analyse-Programmen durch die Fähigkeit ausgehende Links und Kommentare zu analysieren.
Na ja, ausgehende Links zu analysieren ist kein echtes Hexenwerk, das packt auch eine normale Web-Analyse-Software, wenn man die JavaScript-Tags etwas aufbrezelt und diese Informationen im Klickstrom auch noch mitloggt.
Aber - für die Jungs von Measure Map war diese Funktion zentral und ein Must-have. Warum? Ich nehme an, weil sie erkannt haben, daß jedes Blog nur ein kleiner Teil einer weit größeren und längeren Informationskette ist. Je besser man diese Informationsverkettungen versteht umso besser kann man sie zum eigenen Vorteil nutzen.
Die Kommentaranalyse ist schwieriger zu bewerkstelligen. Dazu muß man sich recht gut mit Blogs auskennen und wissen, wie man bestimmte Inhalte herausfiltern kann. Aber, wenn das erst einmal geschafft ist, tut sich eine neue Analysewelt auf. Es ist dann möglich soziale Interaktionen (Frequenz, Volumen, etc.) in Kennzahlen zu fassen. Damit lassen sich die Unterschiede der beiden Nutzersegemente Kommentierer und Leser besser fassen.
Und das ist ja schließlich das A und O der ganzen Analysiererei: Nutzersegemente definieren, diese beschreiben und dann monetarisieren.

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