Web-Analyse: Sinnvoll investieren
Laut eines aktuellen Forrester-Reports, bei dem 176 mittelständische Firmen befragt wurden wollen 54% der Teilnehmer dieses Jahr mehr für Web Analyse ausgeben. Damit stellt sich die Frage: Wofür soll das Geld eingesetzt werden? Für bessere Software, stärkere Server oder lieber für Personal?
Hier einige Vorschläge, wie Sie Ihr Budget sinnvoll einsetzen.
Software
Die meisten Leute denken "bessere Software", wenn es um das Thema Web-Analyse geht. Tools wie WebTrends oder WebSideStory sind hoch entwickelt und lassen wenige Wünsche offen. Aber auch weniger ausgeklügelte Produkte bieten oft mehr als genug für die tägliche Arbeit.Der Knackpunkt ist eher die Anwendung der vom Web-Analyse-Tool gelieferten Daten. Was nützt Ihnen ein tolles Werkzeug, wenn Sie die gelieferten Daten nicht in eine sinnvolle Geschäftsstrategie umsetzen?
Fazit: Schlagen Sie nicht den Sack, wenn Sie den Esel meinen. In den meisten Fällen ist eine Schulung sinnvoller als der Kauf einer neuen Software.
Das sollten Sie tun
Denken Sie nur dann über den Erwerb einer neuen, mächtigeren Software nach, wenn Sie sich über ihre Ziele im Klaren sind und klar belegen können, dass die momentan genutzte Software sie beim Erreichen Ihrer Ziele nicht unterstützen kann.Lassen Sie sich dabei nicht von Ihrer IT-Abteilung beraten. Gute Techniker sind neugierige Menschen mit einem starken Spieltrieb und deshalb per se an einer neuen Software interessiert.
Das sollten Sie nicht tun
Wenn Sie nicht mit den vom Web-Analyse-Tool gelieferten Daten arbeiten, können Sie der Software nicht die Schuld in die Schuhe schieben. Besonders nicht, wenn Sie schon mit einem der marktführenden Produkte arbeiten.Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, ihre geschäftlichen Ziele zu definieren und daraus die für den täglichen Betrieb erforderlichen Kennzahlen abzuleiten. Basierend auf diesen Erkenntnissen suchen Sie dann die passende Software aus.
Hardware
Hier stehen Ihnen grundsätzlich zwei Möglichkeiten offen: Entweder Sie erwerben eine Software und betreiben diese selbst oder Sie entscheiden sich für eine ASP-Lösung. Dabei übernimmt der Anbieter der Web-Analyse-Software die gesamte Pflege und Sie müssen nur einige Code-Schnipsel in Ihre Site integrieren.Wenn Sie sich für den Eigenbetrieb entscheiden, ist es Ihre Aufgabe für eine angemessene Hardware-Ausstattung zu sorgen. Behalten Sie dabei die betrieblichen Realitäten im Auge. Wenn Ihre Marketing-Abteilung die Reports sowieso nur einmal in der Woche analysiert, müssen Sie nicht in bärenstarke Server investieren, die Ihnen die Berichte in Echtzeit liefern, sondern können diese Aufgabe irgendwann mitten in der Nacht erledigen lassen.
Das sollten Sie tun
Stellen Sie sicher, dass Ihre Nutzer nicht durch technische Gegebenheiten eingeschränkt werden. Jeder Interessent muss die Berichte rechtzeitig erhalten.Das sollten Sie nicht tun
Hardware auf Vorrat kaufen, bzw. sich auf jede Eventualität vorbereiten. Hardware veraltet viel zu schnell - dieses Geld lässt sich sinnvoller einsetzen.Pflege und Systemoptimierung
Ihre Web-Site ändert sich mit der Zeit und so muss sich auch das Web-Analyse-Tool anpassen. Außerdem werden Nutzer mit der Zeit anspruchsvoller und verlangen nach tiefergehenden Analysen. Unterschätzen Sie den Pflegeaufwand nicht, denn nur ein optimal angepasstes Werkzeug wird Ihnen die Daten liefern, die Sie für den täglichen Betrieb brauchen.Das sollten Sie tun
Planen Sie 30%-50% des Installationsbudgets als monatliche Pflegekosten ein. Damit optimieren und erweitern Sie das Web-Analyse-Tool. Andernfalls wird die Software schnell unaktuell und damit nicht mehr relevant für die tägliche Arbeit.Das sollten Sie nicht tun
Gehen Sie nicht davon aus, sich durchwurschteln zu können. Das "bisschen" Pflege erledigt sich nicht von alleine und die vielen kleinen Änderungen Ihrer Web-Site summieren sich. Irgendwann wird die anfängliche Konfiguration Ihrer Analyse-Software hoffnungslos veraltet sein und die gelieferten Daten werden wertlos sein.Integration
Selbstverständlich liefert die Web-Analyse auch für sich alleine betrachtet wertvolle Ergebnisse. Die volle Wirkung entfalten die Analyse-Daten aber erst im Verbund mit anderen Werkzeugen.Das sollten Sie tun
Suchen Sie nach Möglichkeiten, die Web-Analyse-Daten mit anderen Datenquellen zu kombinieren. Ziehen Sie die folgenden Quellen in Betracht:Usability-Studien, Konkurrenzbeobachtung, CRM-Daten, Call-Center-Informationen, Umfragen, Daten von Partnern sowie weitere das Nutzerverhalten betreffende Studien.
Das sollten Sie nicht tun
Legen Sie Ihre Scheuklappen ab, wenn Sie sich mit den Daten beschäftigen, die Ihr Web-Analyse-Programm liefert. Nur so werden Sie das ganze Bild erfassen.Analyse und Aktion
Analyse und Aktion sind die am meisten vernachlässigen Aspekte des Themas Web-Analyse. Die meisten Firmen konzentrieren sich auf die Soft- und Hardware-Auswahl und vergessen darüber die Daten zu analysieren und in eine sinnvolle Strategie umzusetzen. Wenn Sie die gewonnenen Erkenntnisse nicht umsetzen, wird sich Ihre Investition nie lohnen.Die Daten lassen sich entweder intern oder extern auswerten. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie extra einen Analysten einstellen oder ob Sie einen Dienstleister mit dieser Aufgabe betrauen möchten. Viele Firmen nutzen beide Möglichkeiten. Das tägliche Geschäft wird intern abgewickelt, während ein Dienstleister sich um die Bereiche Training und Entwicklung kümmert.
Das sollten Sie tun
Reservieren Sie einen gewissen Prozentsatz Ihres Budgets und Ihrer Ressourcen für die Datenanalyse. Ihr Ziel muss es sein, die in der Datenflut verborgenen Chancen zu finden und kommerziell auszuwerten. Versuchen Sie die Optimierungseffekte zu monetarisieren um sicher zu stellen, dass Sie sich um die wirklich wichtigen umsatzrelevanten Dinge kümmern.Für jeden Euro, den Sie in die Web-Analyse stecken, sollten Sie 10 Euro zusätzlichen Umsatz generieren. Das ist durchaus möglich!
Das sollten Sie nicht tun
Sich darauf beschränken einfach nur Daten zu horten.Weitere Artikel:
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